Ostfriesisches Schulmuseum Folmhusen
Besuch in einer alten Schule.

Die Dampfmaschine

Die Dampfmaschine

"Wo simmer denn dran? Aha, heute krieje mer de Dampfmaschin. Also, wat is en Dampfmaschin? Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später. Und wenn die jroße schwarze Raum Räder hat, dann es et en Lokomotiv. Vielleicht aber auch ein Lokomobil."

Viele werden sich erinnern: Dieser Dialogteil stammt aus der „Feuerzangenbowle“, hier aus der literarischen Vorlage von Heinrich Spoerl zitiert, und gibt die Eröffnung der Physikstunde unter Prof. Bömmel wieder, in der die Dampfmaschine behandelt werden soll.

Was hat eine Dampfmaschine mit einem Schulmuseum zu tun?

Spielzeugdampfmaschinen waren weit verbreitet. Glaubt man Wikipedia, so waren sie schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitet. Märklin, die berühmte Firma, die Spielzeug- oder Modelleisenbahnen produzierte, soll nach einer Abbildung im gleichen Wikipedia-Artikel schon 1909 eine Dampfmaschine für das Kinderzimmer in den Handel gebracht haben.

Diejenige, die wir hier als Objekt des Monats vorstellen, stammt von der Firma Wilesco, die noch heute Modell-Dampfmaschinen herstellt.

Sie kam in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts zu uns, und war vermutlich kein Anschauungsobjekt aus einer Schule, sondern ein Spielzeug in einem bürgerlichen Haushalt.

Unterrichtliche Bezüge gibt es natürlich auch.

So gibt es von der Firma PHYWE ein „Funktionstransparent“ in unserer Sammlung mit den erhaltenen erläuternden Hinweisen eines Lehrers aus der Waldschule Egels in Aurich.

Außerdem haben wir eine ganze Reihe von Schulwandbildern, die die Funktion der Dampfmaschine erklären sollten. Sie beziehen dabei meist auch die Bedeutung dieser Maschine für die industrielle Entwicklung in Europa mit ein.

Die Bilderreihe zeigt einiges davon.





Funktionstransparent der Firma PHYWE aus der ehemaligen IGS Waldschule Egels in Aurich

Gut zu erkennen die Anmerkungen, die der Lehrer angebracht hat!

Es handelt sich um eine Schülerarbeit aus dem Jahre 1930: Das Bild zeigt, wie eine Kolbendampfmaschine von innen die heißen Dämpfe komprimiert. Die Dampfrichtung wird auf dem Bild mit schwarzen Pfeilen dargestellt.

Ein Schulwandbild von 1950, das die Bedeutung der Dampfmaschine für die industrielle Entwicklung verdeutlicht. Die folgenden Aspekte werden verdeutlicht:  

1769: James Watt erfindet die erste Dampfmaschine; 1807: Fulton baut das erste brauchbare Dampfschiff; 19814: Stephenson stellt die erste Lokomotive her; 1835: die erste deutsche Eisenbahn fährt von Nürnberg nach Fürth, Dazu: Energieerzeugung durch Dampfmaschinen, eine Lokomobile, Dampfturbine,  Stromlinien-Schnellzuglokomotive

Schulwandbild von 1950. Gezeigt wird die Funktion und die Anwendungsmöglichkeiten von Dampfmaschinen